| |
Köln, 10. Mai 2010. Die STRABAG AG, Köln, hat das Geschäftsjahr 2009, trotz ungünstiger volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen, erfolgreich abgeschlossen: Auftragseingang und Leistung lagen im Inland auf Vorjahresniveau, EBT und EBIT wiesen im Vergleich zu 2008 signifikante Steigerungsraten um 45 % bzw. 26 % auf. Angesichts eines 5 %-Anstiegs des Auftragsbestands am Jahresende und positiver Kennzahlen zum 31.3.2010 äußerte sich Vorstand Dr. Thomas Birtel auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Köln vorsichtig optimistisch für das laufende Geschäftsjahr.
Während im Jahr 2009 der Auftragseingang der STRABAG-Gruppe in Deutschland mit 1,9 Mrd. € stabil auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden konnte, verzeichnete das Segment Beteiligungen Österreich einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge um 14 %. Im Inland konnten die ab dem 3. Quartal 2009 auf den Markt gekommenen Bauaufträge aus den Konjunkturprogrammen I und II das angesichts knapper Haushaltskassen restriktive Auftragsvergabeverhalten der Öffentlichen Hand im 1. und 2. Quartal kompensieren. Insgesamt lag der Auftragseingang der STRABAG-Gruppe bei 4,0 Mrd. €, das sind 9 % weniger als im Jahr zuvor.
Der Rückgang der Konzernleistung im Geschäftsjahr um 7 % oder 323 Mio. € auf 4,1 Mrd. € ist maßgeblich auf das Segment Beteiligungen Österreich (– 8 %) sowie auf das planmäßig auslaufende Hochbaugeschäft zurückzuführen. Im inländischen Verkehrswegebau wurde dagegen, trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse zu Jahresbeginn, das Leistungsvolumen des Vorjahres erreicht. Damit wurde die unter dem Eindruck der Finanzkrise erstellte Prognose für 2009 übertroffen. Der Anteil der Auslandsleistung des STRABAG-Konzerns lag 2009 mit 51 % leicht unter dem Vorjahresniveau.
Am Jahresende verfügte der STRABAG-Konzern über einen Auftragsbestand von 3,4 Mrd. €. Auf das Inland entfielen hiervon 826 Mio. €. Der Zuwachs um 5 % gegenüber dem Vorjahr war vor allem auf das Kerngeschäft Verkehrswegebau sowie auf das Segment Beteiligungen Österreich zurückzuführen.
Nach einem deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2008 hat sich diese im Jahr 2009 aufgrund der geringfügigen Leistungsrücknahme leicht unter dem Vorjahresniveau (10.411) eingependelt und betrug 10.192. Mit dem Konzern-Ergebnis des Geschäftsjahres 2009 zeigte sich Birtel – besonders angesichts der schwierigen volkswirtschaftlichen Lage – zufrieden.
Das EBT lag mit 94 Mio. € um 45 % über dem Vorjahresergebnis von 65 Mio. €. Dies ist nach Angaben Birtels unter anderem auf die deutlich gewachsene Marktstärke, optimierte Organisationsstrukturen und verbesserte Kapazitätsauslastung des Unternehmens zurückzuführen. Das EBIT konnte um 26 % auf 102 Mio. € (Vorjahr 81 Mio. €) gesteigert werden.
Das Jahresergebnis im Konzern schloss nach Steuern mit 83 Mio. € (Vorjahr 58 Mio. €) ab. Die Eigenkapitalquote des Konzerns ist im Geschäftsjahr 2009 erneut gestiegen und beträgt 41 % (Vorjahr 35 %).
Der Einzelabschluss der STRABAG AG weist einen Jahresüberschuss von 17 Mio. € (Vorjahr 22 Mio. €) aus. Der im Vorjahr um 5 Mio. € höhere Jahresüberschuss beinhaltete jedoch einen außerordentlichen Ergebnisbeitrag von 4 Mio. €. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 9 Mio. € (Vorjahr 12 Mio. €). Trotz des geringeren Ergebnisses wird der Hauptversammlung die Zahlung einer unveränderten Dividende von 1,04 € je Stückaktie (= 4.191.200,00 €) vorgeschlagen.
Auch im Geschäftsjahr 2010 werden nach Einschätzung Birtels die durch die Konjunkturprogramme bereitgestellten finanziellen Mittel für den Infrastrukturbau stabilisierend wirken und die Bauaktivitäten der STRABAG stützen. Angesichts des weiterhin hohen Auftragsbestands und positiver Kennzahlen zum 1. Quartal 2010 sei das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr verhalten optimistisch. Trotz witterungsbedingt zögerlichem Start stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 74 % auf 925 Mio. €. Von dieser deutlichen Steigerung entfielen rund 9 % auf das Inland. Ob sich diese Entwicklung jedoch nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme weiter fortsetzen werde, sei angesichts der unsicheren Finanzlage der öffentlichen Auftraggeber ungewiss. Die Leistung lag in den ersten drei Monaten aufgrund des lang anhaltenden Winters mit 432 Mio. € um 14,5 % unter dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand konnte dagegen um sehr beachtliche 29 % auf 4,0 Mrd. € erhöht werden.
Die Planung der STRABAG AG für das Geschäftsjahr 2010 geht im Segment Verkehrswegebau infolge der gerade in jüngerer Zeit wieder festzustellenden Zurückhaltung der kommunalen Haushalte bei der Auftragsvergabe und des Auslaufens der Konjunkturprogramme gegen Ende 2010 von einer gegenüber 2009 leicht rückläufigen Leistung aus. Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen strebt das Unternehmen mittelfristig ein moderates organisches Wachstum, ergänzt um gezielte Akquisitionen in den Segmenten Verkehrswegebau und Beteiligungen Österreich, an.
|
|